Isnyer Unternehmer besuchen WALCKER

Hochtechnologisiert in die Zukunft

ISNY – Walcker ist ein renommierter Name in Isny. Der Name einer Druckerei. Was vielen Allgäuern jedoch nicht präsent ist, ist die Tatsache, dass sich der Spezialist für inline gefertigte Werbemittel ab einer Million Auflage in knapp 55 Jahren zu einem hochtechnologisierten Unternehmen, das maßgeschneiderte Lösungen für die großen namhaften Lebensmittler, die bekannten Hersteller Deutscher Nobelkarossen sowie große Textil-Markenartikler bietet, gemausert hat.

Die rund 30 Unternehmer, die im Rahmen des Unternehmerstammtisches von Isny aktiv am Dienstagabend von Walcker-Geschäftsführer Dr. Thomas Schön durch die Druckerei führen lassen, staunen nicht schlecht, ob des hohen Technologie- und Standardisierungsgrades. Seit Jahren entwickelt Walcker – basierend auf inzwischen nahezu vollständig miteinander vernetzten Systemen – auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmte Anwendungen zur Optimierung aller für die Werbemittel-
herstellung erforderlichen Abläufe weiter. Selbst der kleinste Fehler an einer der vier rund 15 Millionen Euro teuren, 65 Meter langen und 12 Meter hohen Druck-
maschinen wird sofort am zentralen Leitstand ausgewiesen und ist somit lokalisiert. Stundenlange Fehlersuche gehört der Vergangenheit an. Insgesamt 2000 Sensoren erfassen den Betriebszustand, einschließlich der Peripherie wie Druckvorstufe und Versand, klärt der promovierte Luft- und Raumfahrttechniker Schön auf. Per SMS laufen die Alarmmeldungen auf dem Handy des zuständigen Facharbeiters ein, sollte der Leitstand mal nicht besetzt sein.

Rund 110 Mitarbeiter erwirtschaften im Dreischichtbetrieb an sechs Tagen die Woche über 60 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Jeden Samstag von 22 Uhr an reinigt ein externer Dienstleister über acht Stunden hinweg die Druckmaschinen. Sofort im Anschluss legt ein Wartungstrupp los, sodass die Isnyer Drucker jeden Sonntagabend mit „druckfrischen Maschinen“ in die Produktion der Hochglanz-Broschüren starten können. Denn eines ist für Walcker tödlich: Wenn eine Rotationsmaschine steht. „Pro Stunde verlieren wir dann 1000 Euro“, klärt der Geschäftsführer auf. Um dies zu vermeiden, investiert der Offset-Drucker monatlich rund 120 000 Euro in Instandhaltungsarbeiten.

Hoher Automatisierungsgrad

Erstaunen ruft bei den Isny Aktiv-Unternehmern auch der hohe Automatisierungs-
grad hervor. Dem Kostendruck in der Branche geschuldet, tun japanische Roboter mit deutschen Steuerungssystemen in der Konfektionierung tagaus tagein ihren Dienst. Gar ein funk- und lasergesteuerter Gabelstapler karrt wie von Geisterhand gelenkt, Paletten mit Druckerzeugnissen durch die Halle. Selbstverständlich gefüttert mit Daten aus dem zentralen Computersystem, das von Experten aus Köln überwacht wird. Wermutstropfen: Vor 20 Jahren arbeiteten noch 30 Leute in der Druckvorstufe, heute sind es noch drei.